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RÜCKKEHR NACH MONTAUK

Ein Liebesdrama von Volker Schlöndorf über die verlorenen Dinge des Lebens

Schlöndorffs diesjähriger Berlinale Wettbewerbs-Beitrag „Rückkehr nach Montauk“ ist eine Hommage an Max Frischs Erzählung "Montauk" von 1975. Obwohl das Buch als unverfilmbar galt, da es hauptsächlich aus Notizen, Betrachtungen und Erinnerungen an Frauen und verlorene Lieben besteht, hat Schlöndorff es geschafft, daraus einen leisen, dialogintensiven und von autobiografischen Tönen geprägten Film zu schaffen. Es ist, nach eigenen Aussagen des Regisseurs, sein bisher persönlichstes Spätwerk.
Dieses handelt von Melancholie und Verlorenheit, später Reue und Nachhol-Sehnsucht – also den Fehlern eines Liebeslebens und dem, was verpasst wurde.
Stellan Skarsgård verkörpert darin den Schriftsteller Max Zorn, der für die Lesungen seines neuen Romans „The Hunter and the Hunted“ nach New York reist. Dort kommt er in Kontakt mit seiner verflossenen Liebe Rebecca Epstein (Nina Hoss) - der Frau, die vor 17 Jahren Zorns Inspiration war, und der nun seine späte, verklärte Sehnsucht gilt. Es kümmert den narzisstischen Max wenig, dass er bereits eine Frau hat, die sich rührend um sein berufliches und privates Leben kümmert. Ihn treibt nur Eins: die Sehnsucht und Wiederbelebung seiner unerlösten Liebe. Rebecca ist mittlerweile eine erfolgreiche Staatsanwältin und reagiert zögerlich-unterkühlt, als der Autor sie nach all den Jahren um ein Wiedersehen bittet. Irgendwann jedoch bricht ihre perfekte amerikanische Fassade zusammen und sie läßt sich erneut auf Max ein: Zusammen fahren sie ans Ende von Long Island, nach Montauk – einem Ort, den sie aus ihrer gemeinsamen Zeit als Liebespaar kennen.

So grandios das Drama mit Stellan Skarsgård und Nina Hoss auch besetzt sein mag – die beiden schaffen es nur zögerlich, die Abgründe und Tragik ihrer Figuren und deren Verwundungen aus der Vergangenheit zum Leben zu erwecken. Das könnte auch Intention sein, denn so ließe sich glaubhaft erklären, was die beiden, nach so viele Jahren der Trennung in Wirklichkeit sind: nur noch Fremde.
So zeichnet der Film ein sentimentales und im unerlösten Scheitern gefangenes Porträt zweier verlorener Charaktere: das eines egozentrischen Intellektuellen, der es nicht schafft, die Fiktion seiner schriftstellerischen Schwärmerei realitätsnah auszufüllen – und das einer emotional erstarrten Frau, die zwar im Leben viel durchlitten hat, nun aber feststellen muss, dass die ewige große Liebe für sie nur eine Illusion bleibt. »Andra Mohan-Bacila«

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