Victoria – Männer und andere Missgeschicke
Eine französische Bridget Jones am Rande des Nervenzusammenbruchs
Überfordert, neurotisch, verwirrt und wild – was für eine Mischung!
Virginie Efira spielt in der komplexen Rolle der Victoria eine humorvoll-chaotische junge Frau vom Typ Bridget Jones, die es sichtlich schwer hat, sich im modernen Dschungel ihres Lebens zurechtzufinden.
Als Pariser Anwältin mit mäßigem Erfolg und alleinerziehende Mutter zweier Töchter, mit denen sie nichts anfangen kann, schlägt Victoria sich mehr schlecht als Recht durch’s Leben. Ein kompliziertes und unbefriedigtes Liebesleben, eine nervenaufreibende Arbeit und das permanente Überfordertsein bringen Victoria auf die Couch eines Psychiaters. Doch Antworten auf die Fragen ihres Lebens bekommt sie zynischerweise nicht. Als sie sich auf einer Hochzeit dann auch noch überreden lässt, einen guten Freund in einer Mordanklage zu verteidigen, und danach auch noch den smarten Ex-Dealer Sam trifft, dem sie als Au-Pair ihre Kinder anvertraut, nimmt das Chaos seinen Lauf. Alles passiert scheinbar gleichzeitig, und das ist etwas, das man sehr gut nachvollziehen kann. Als einziger Lichtblick und seelischer Fels in der Brandung entpuppt sich ausgerechnet der viel jüngere Sam, der ihr in Sachen Kinder und Haushalt den Rücken frei hält, und ihr sogar beruflich und privat hilft, nicht die Nerven zu verlieren. Doch Victoria ist zu sehr mit ihrem persönlichen Drama beschäftigt, um die subtile und bodenständige Art Sams schätzen zu können.
„Ich habe so selten einen Moment der Ruhe“ sagt sie in der Schlußszene, als dann alle Dämme brechen und sie Sam dankbar um den Hals fällt.
„Victoria – Männer und andere Missgeschicke“ ist ein neurotisches Typenkabinett, in dem der humorvolle Versuch unternommen wird, mit ulkigem Zynismus die Überforderung des Individuums in der heutigen Zeit abzubilden. Als temporeiche „Komödie der Verzweiflung“, zeichnet der Film das liebenswerte Porträt einer jungen Frau, die selbst am Tiefpunkt ihres Lebens aber wieder aufsteht und sich nach oben kämpft. In Frankreich hat sich die charmante Chaoskomödie, die in Cannes die „Semaine de la Critique“ eröffnete, bereits zu einem echten Überraschungshit entwickelt. »Andra Mohan-Bacila«